Von Fuji zu Canon und zurück – Teil1

Wow! Das gibt’s doch nicht? 

Alles hat angfangen, als Fujifilm 2010 die X100 angekündigt hat. Eine Kompaktkamera im Retro-Design, die zu dem Zeitpunkt vom Konzept und von der Bildqualität alleine auf weiter Flur stand und bei den meisten ambitionierten Fotografen wie eine Bombe einschlug. Ich hatte mich damals sofort in die kleine Kiste verliebt und einen Testbericht aus der C’t an meinen Büroschrank geklebt. Das sollte meine nächste Kamera werden! Als dann der Preis veröffentlicht wurde, war das freilich ein großer Dämpfer. Für gleiches Geld bekam man schon eine gebrauchte Canon 7D, die rein von der Funktionalität her deutlich mehr konnte. Ist es das wirklich wert? Für mich war es das zu diesem Zeitpunkt nicht.
 

Fujifilm X100 – Quelle: Fujifilm

Warum denn überhaupt Fuji?

Meine erste Digitalkamera (2003) war eine Fujifilm FinePix s602 Zoom mit sage und schreibe 3MPx SuperCCD-Chip. Ähnlich dem aktuellen X-Trans-Sensor Design war der SuperCCD-Chip eine eigenständige Fujifilm-Entwicklung gegen dem damaligen Canon und Nikon-Strom. Der Sensor war trotz der vermeintlich geringeren Megapixel im Auflösungsvermögen auch größeren Sensoren über 4MPx ebenbürdig bzw. überlegen. Irgendwie hatte ich damals schon einen Hang zu neuen und innovativen Entwicklungen, fern von der Masse. Und ich sollte nicht enttäuscht werden.

Eine Spiegelreflex muss her!

Und wie es kommen musste wuchsen die Ansprüche an die kleine Kamera und sie war, wie bei vielen technischen Dingen auch, irgendwann nicht mehr schnell genug, zu klein und besaß einfach zu wenige Funktionen. Nach langem Abwägen und Berichte wälzen viel die Wahl auf Canon. Im Prinzip wäre Nikon genauso gut oder schlecht gewesen. Aufgrund einiger im Schrank liegender alter analoger Canon-Objektive, war Nikon aus dem Rennen. Über die Jahre hinweg besaß ich 30D, 1000D, 600D, 5D und 1D MkII und blieb bis  zum heutigen Tag an den letzten Beiden hängen. Dazu gesellten sich viele Canon, Sigma, und Tamron-Objektive, wobei die Meisten am Ende wieder verkauft wurden. Und wie bei vielen anderen Canon-Fotografen stehen jetzt nur noch L-Objektive im Schrank. 

Und dann kam Fuji.

Wie ganz oben erwähnt, überraschte Fujifilm 2010 mit der X100 den Markt. Für mich war die „Kleine“ zwar eine Art Traumkamera, letztlich aber einfach zu teuer. Dennoch keimte in mir langsam die Vermutung, die X100 sei „nur“ eine Versuchsballon, um die Kundschaft für eine neue Art von Systemkamera auszuloten. Und letztlich hatte ich mit meiner Vermutung recht und Fujifilm kündigte Ende 2011  die X-Pro1 überraschenderweise inkl. dreier hochwertiger Festbrennweiten an. Das neue System wurde in den darauf folgenden Monaten von vielen Zeitschriften und Online-Magazinen rauf und runtergetestet und etablierte sich schon sehr bald als neue Systemkamera-Referenz, die den Spiegelreflexen ebenbürdig zeigte.
Fujifilm X-Pro1 – Quelle: Fujifilm

 

 

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